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Wie wird Medizinal Cannabis angewendet?


Cannabis kann auf verschiedene Arten angewendet werden, je nach den Bedürfnissen des Patienten und den verfügbaren Formen des Produkts. In der Therapie mit Medizinalcannabis kommen bis dato vor allem zwei Verabreichungsarten (Vaporisation und die orale Anwendung von Extrakten) zum Einsatz:

Alle gängigen Methoden zur Anwendung von Cannabis sind in der Folge beschrieben:

  • Rauchen: Das Rauchen von getrockneten Cannabisblüten ist eine traditionelle Methode, um eine schnelle Wirkung von THC zu erzielen. Diese Methode wird in der medizinischen Anwendung bewusst nicht berücksichtigt und gilt als umstritten, da sie erhebliche gesundheitliche Risiken birgt und auch unkontrolliert angewendet wird.
  • Vaporisieren: Ein Vaporisator erhitzt Cannabis auf eine Temperatur um ca. 150 Grad Celsius, bei der die Cannabinoide verdampfen, aber kein Rauch entsteht bzw. keine schädlichen Verbrennungsnebenprodukte gebildet werden. Dies ist in der medizinischen Anwendung von Cannabisblüten aktuell das Verfahren der Wahl.
  • Spray zur Anwendung in der Mundhöhle
  • Öle und Tinkturen: Cannabisextrakte werden in öliger Form oder als Tinkturen hergestellt, die unter die Zunge getropft werden. Dies ermöglicht eine genaue Dosierung und kann auch bei Patienten mit Schluckbeschwerden als auch als Alternative zum Vaporisieren angewendet werden.
  • Kapseln: Vorportionierte Kapseln mit Cannabinoiden sind eine bequeme Möglichkeit medizinisches Cannabis einzunehmen. Wir als Pharmablüte stellen auf ärztliche Verordnung patientenindividuell Kapseln aus verschiedenen Extrakten zu 2,5; 5,0 und 10,0mg THC pro Kapsel her.
  • Orale Anwendungen: Cannabis kann auch in Form von Getränken (Tees) konsumiert werden. Ebenfalls kommen auch reine Dronabinol-Tropfen oder Kapseln zur Anwendung. Die Wirkung hier tritt eher verzögert ein und hält länger an.
  • Anwendungen auf der Haut: Cannabis-haltige Salben, Cremes und Lotionen (zumeist CBD Produkte) können auf die Haut aufgetragen werden, um lokale Schmerzen oder Entzündungen zu lindern, ohne psychoaktive Effekte.

Die Bioverfügbarkeit von Cannabis, insbesondere von Cannabinoiden wie Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), hängt von der Verabreichungsform ab. Hier sind einige gängige Methoden und ihre typischen Bioverfügbarkeiten:

 

Anwendung  im Vaporisator

Orale Anwendung

Bioverfügbarkeit

30-40%

4-20%

Zeit bis Wirkungseintritt

Innerhalb von Minuten

30-90 Minuten

Wirkdauer

Bis 120 Minuten

Bis 240 Minuten

Art der Verstoffwechselung

Kein First Pass Effekt

First Pass Effekt


Der “First Pass Effekt” (Erster-Pass-Effekt) bezieht sich auf den Prozess, bei dem Medikamente oder Substanzen, die oral eingenommen werden, durch die Leber metabolisiert werden, bevor sie in den systemischen Kreislauf gelangen. Dieser Effekt ist wichtig, um zu verstehen, wie der Körper Substanzen, einschließlich Cannabis, verarbeitet, wenn sie oral eingenommen werden.

Wenn Cannabis oral konsumiert wird, gelangen die darin enthaltenen Cannabinoide (wie THC und CBD) zuerst in den Magen-Darm-Trakt und von dort in die Leber. In der Leber erfolgt der Erster-Pass-Effekt, bei dem die Enzyme in der Leber einen Teil der Cannabinoide metabolisieren, bevor sie in den Blutkreislauf gelangen. Dies bedeutet, dass der Körper die ursprüngliche Form der Cannabinoide, die eingenommen wurden, verändert, bevor sie ihre Wirkungen im Gehirn und im Körper entfalten können.

Während des Erster-Pass-Effekts wird beispielsweise THC in das stärker psychoaktive 11-Hydroxy-THC umgewandelt. Dies kann dazu führen, dass die Wirkungen von oral konsumiertem Cannabis stärker und länger anhaltend sind im Vergleich zum Rauchen oder Verdampfen.

Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass der Erster-Pass-Effekt die Wirkungsweise von Cannabis beeinflusst und für die Dosierung und das Timing wichtig sind, um unerwünschte Effekte zu vermeiden.